ECMX Classic Cup Sverepec

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Auf dem Motocross-Areal im slowakischen Sverepec fand am vergangenen Wochenende der Auftakt des ECMXCup Classic Cups mit Teilnehmern aus 13 Ländern statt. Vier deutsche Classics-Piloten erreichten das Podium.

Das Motocross-Areal von Sverepec (Slowakei) galt in den 1980er Jahren als eine der modernsten Motocross-Anlagen Europas: Von einer stählernen Aussichtsplattform kann die gesamte Strecke eingesehen werden. Hinter der Startanlage befindet sich eine breite Aussichtsplattform – vergleichbar mit der heute in der WM anzutreffenden Skybox. Im Unterschied zur mobilen Skybox von heute ist die Plattform von Sverepec stationär gebaut. Das Fahrerlager war schon in den 1980er Jahren komplett asphaltiert und in den großzügig angelegten Nebengebäuden waren zahlreiche Facilities vom Pressezentrum bis zu den Jury-Räumen untergebracht.

1995 fand auf dieser Anlage das Motocross der Nationen statt. Das Areal von Sverepec war ein sportliches Prestigeprojekt der CSSR, doch 1992 trennte sich Tschechien von der Slowakei. Sverepec liegt aber im slowakischen Teil des Landes und Motocross war traditionell eher eine Domäne Tschechiens. Das hat seine Ursache in der geschichtlichen Entwicklung der Fahrzeugproduktion. Das CZ-Werk in Strakonice, wo in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg die ikonischen Motocross-Bikes produziert wurden, befand sich in Südböhmen, also im tschechischen Teil der Republik. Auch die großen Motocross-Clubs wie Dukla Praha mit Fahrern wie Jaroslav Falta, Zdenek Velky oder Jiri Churavy, waren ebenfalls tschechisch dominiert. In der Slowakei gab es zwar einige Motocross-Strecken, aber nicht die gewachsene Tradition und die Begeisterung, die man bis heute in Tschechien vorfindet. So ist es kein Zufall, dass es in Tschechien bis heute WM-Läufe gibt, aber nicht in der Slowakei. Auf dem Areal von Sverepec fanden nach dem MXoN zwar noch einige MX3-WM-Läufe statt, aber die große Zeit der Anlage war mit der Eigenständigkeit der Slowakei und den damit einhergehenden strukturellen Veränderungen vorbei. Auch wenn an den gewaltigen Stahlkonstruktionen unaufhaltsam der Zahn der Zeit nagt, bemüht sich der lokale Motorsportclub nach Kräften, die Anlage zu erhalten und mit Leben zu erfüllen. Neben nationalen Motocross- und Enduro-Events finden hier auch wieder internationale Classic-Events statt.

Am vergangenen Wochenende wurde auf der in die Hügellandschaft eingebetteten Hartbodenstrecke der erste Lauf des European Classic MX Cups 2024 ausgetragen. Insgesamt 160 Fahrer aus 13 Ländern standen mit ihren historischen Motorrädern am Start. Die Klassen waren in 5 Altersgruppen unterteilt und als Technik-Klassen waren Twinshock, EVO und Super EVO am Start.

Bei der Siegerehrung wurden die Organisatoren des ECMXCups um Harald Mühlig für die neue Organisationsform und der Veranstalter für die sehr gelungene Veranstaltung mit viel Beifall gewürdigt. Die zweiten und dritten Veranstaltungen des ECMXCups finden am 16. Juni 2024 auf dem früheren WM-Kurs im österreichischen Schwanenstadt und am 27. Juli 2024 im sächsischen Culitzsch statt.


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